Entwicklungsverzögerung beachten, DMD früh erkennen

Fakten
Was tun, wenn Sie eine Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) vermuten?

Die Zeichen kennen1

Zeichen von Muskelschwäche

Mit 18 Monaten noch nicht gehen

Verspätete Sprachentwicklung

Unklarer Anstieg von Transaminasen

Gowers-Zeichen

Bestimmen Sie die Kreatinkinase(CK)2,3

Erhöhte CK-Werte spiegeln eine Muskelschädigung wider. Daher sollte diese Untersuchung in der Primärversorgung durchgeführt werden2,3

Eine deutlich erhöhte CK erfordert die rasche Überweisung an einen Neuropädiater3

Ein leicht erhöhter CK-Wert (1– 2 x obere Normgrenze) sollte im Verlauf kontrolliert werden3

Überweisen Sie an einen Neuropädiater1

Die Diagnose wird bestätigt durch:

1. Klinische Untersuchung1 Einschließlich Untersuchung des neuromuskulären Systems und des Skeletts

2. Genetische Untersuchung1,4,7 MLPA detektiert große Mutationen des Dystrophin-Gens Dystrophin-Gensequenzierung detektiert kleine/Punktmutationen

3. Muskelbiopsie1 Nachweis oder Fehlen des Dystrophin-Proteins*

* Genetische Untersuchung des Dystrophin-Gens ist ebenfalls notwendig1  MLPA: Multiplex-ligationsabhängige Sondenamplifizierung

Frühzeitige Diagnose bedeutet:

Frühestmöglicher Therapiebeginn zur Optimierung des Behandlungsergebnisses und möglicherweise Verlangsamung der Krankheitsprogression1,2,7

Einschluss in Forschungsregister und klinische Studien2

Familienplanung nach informierter Aufklärung2

Wann Sie an eine Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) denken sollten
Eine frühe Diagnose macht den Unterschied1,2

Erste Symptome treten typischerweise im Alter zwischen 2 und 3 Jahren in Erscheinung1,2,8

Die Diagnosestellung erfolgt häufig mit einer Verzögerung von bis zu 30 Monaten2

Rechtzeitige Therapie kann die Ergebnisse verbessern und die Krankheitsprogression verzögern1,2,7

Die klinischen Zeichen erkennen

Muskelschwäche ist das häufigste Zeichen bei DMD1

DMD - Die klinischen Zeichen erkennenModifiziert nach Amato 20159

Unvollständiger Lidschluss

Runzeln beeinträchtigt

Schwierigkeiten beim Heben des Kopfes aus der Bauchlage/dem Stand

Steht vom Stuhl mit Hilfe der Arme auf

Watschelnder Gang

Knie werden beim Gehen überstreckt

Kann den Fuß beim Gehen nicht heben

Zehenspitzengang

Wichtigste erste Zeichen:1
  • Häufiges Fallen
  • Schwierigkeiten beim Rennen und Treppensteigen
  • Gowers-Zeichen (vor allem bei einem watschelnden Gang)

Abstützen der Hände an Boden bzw. Oberschenkeln, um in den Stand zu gelangen

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) - Wichtigste erste Zeichen
Entwicklungsverzögerung sollte ebenfalls den Verdacht auf DMD lenken1

Verzögerte Sprachentwicklung

Verzögerte Gehfähigkeit (>18 Monate)

Was tun bei Verdacht auf DMD
  1. Blutuntersuchungen
    Erhöhte Kreatinkinase (CK)-Werte spiegeln eine Muskelschädigung wider. Daher wird die Untersuchung im Rahmen der Primärversorgung empfohlen2
  2. Überweisung
    Die Sicherung der Diagnose erfordert die Überweisung zu einem Neuropädiater1
Denke an Muskel, denke an DMD

MOTORISCHE MEILENSTEINE VERZÖGERT

UNGEWÖHNLICHER GANG

SPRACHVERZÖGERUNG

KREATINKINASE-MESSUNG SO FRÜH WIE MÖGLICH

EXPERTEN (NEUROPÄDIATER) AUFSUCHEN

LEGE-ARTIS: FRÜHZEITIGE DIAGNOSE

Modifiziert nach: Van Ruiten 20142

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ist eine schwere, progrediente,
genetische und muskelabbauende Erkrankung des Kindesalters
1,2,10,11
Die verheerenden Auswirkungen der DMD
  • DMD zeichnet sich durch eine fortschreitende Muskeldegeneration aus, die in der Folge zu Lungen- und Herzversagen und letztlich zu frühem Tod führt1,2,10,11
  • Ziel der Therapie ist die Verzögerung der Krankheitsprogression und der Erhalt der Lebensqualität1,2

Klinische Zeichen der DMD8,11

BIS ZUM 2. LEBENSJAHR

Verzögertes Erreichen motorischer Meilensteine, wie z. B. Gehfähigkeit, verzögerte Sprachentwicklung

3.– 4. LEBENSJAHR

Schwierigkeiten beim Springen und Rennen

5.– 8. LEBENSJAHR

Abnorme Bewegungen (z. B. watschelnder Gang, Zehenspitzengang)

BIS ZUM 13. LEBENSJAHR

Verlust der eigenständigen Gehfähigkeit (zunehmende Rollstuhlpflicht)

NACH DEM VERLUST DER GEHFÄHIGKEIT

Verlust der eigenständigen Nahrungsaufnahme und respiratorische, orthopädische und kardiale Komplikationen

Magnetresonanzaufnahmen im Verlauf der DMD-Progression12
Magnetresonanzaufnahmen im Verlauf der DMD-Progression

DMD wird durch Mutation im Dystrophin-Gen auf dem X-Chromosom verursacht11

DMD wird durch Mutation im Dystrophin-Gen auf dem X-Chromosom verursacht

  • DMD wird durch Mutationen im Gen verursacht, das für Dystrophin codiert, einem wichtigen Bestandteil der Muskelzellmembran9,11
  • Mutationen im Dystrophin-Gen bewirken einen Mangel oder eine Schädigung des Dystrophin-Proteins1,11
  • Dadurch wird der Muskel allmählich durch Fett und Bindegewebe ersetzt9,13
Deletion, Duplikation und Nonsense-Mutation können zu DMD führen4,14,15
Funktionsfähiges Dystrophin-Protein


Keine Mutation

Funktionsfähiges Dystrophin-Protein - Keine Mutation

Geschädigtes Dystrophin-Protein


1. Große Deletionsmutation (~65% d. Fälle)

Ein Teil der Gensequenz fehlt

Geschädigtes Dystrophin-Protein - Große Deletionsmutation

2. Große Duplikationsmutation (~10% d. Fälle)
Ein Teil der Gensequenz wird wiederholt

Geschädigtes Dystrophin-Protein - Große Duplikationsmutation

3. Nonsense-Mutation (~10–15% d. Fälle)
Ein durch Punktmutation entstandenes Stopp-Codon führt zu einem vorzeitigen Abbruch der Proteinsynthese

Geschädigtes Dystrophin-Protein - Nonsense-Mutation

4. Andere kleine Mutationen (~10%)

Geschädigtes Dystrophin-Protein - Andere kleine Mutationen

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Was tun, wenn Sie eine Duchenne-Muskeldystrophie vermuten?

Klinische Zeichen, Frühdiagnose und Versorgungspfad

Referenzen

1.Bushby K, et al. Lancet Neurol. 2010;9:77–93.  2.Van Ruiten HJ, et al. Arch Dis Child. 2014;99:1074–1077. 3.National Task Force for Early Identification of Childhood Neuromuscular Disorders. Developmental delay, do a CK. Available at: http://www.childmuscleweakness.org/index.php/developmentaldelay-do-a-ck [accessed 18.10.2016].  4.Kalman L, et al. J Mol Diagn. 2011;13:167–174.  5.Dent KM, et al. Am J Med Genet. A 2005;134:295–298.  6.Abbs S, et al. Neuromuscul Disord. 2010;20:422–427  7.Laing NG, et al. Clin Biochem Rev. 2011;32:129–134.  8.Annexstad EJ, et al. Tidsskr Nor Laegeforen. 2014;134:1361–1364.  9.Amato AA and Brown RH Jr. Muscular Dystrophies and other muscle diseases. In: Longo DL, Fauci AS, Kaspar DL, et al. (Hrsg.) Harrison’s Principles of Internal Medicine, 19th Ed; McGraw-Hill, New York, USA, 2015.  10.McDonald CM, et al. Muscle Nerve. 2013;48:343–356.  11.Goemans N, et al. Eur Neurol Rev. 2014;9:78–82.  12.Sweeney HL. Developing skeletal muscle MRI/MRS as a biomarker for DMD therapeutic development. 2014 Annual Connect Conference, Chicago, IL.  13.Blake DJ, et al. Physiol Rev. 2002; 82:291–329.  14.Bladen CL, et al. Hum Mutat. 2015;36:395–402.  15.Pichavant C, et al. Mol Ther. 2011;19:830–840.

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